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Vicco-von-Bülow-Gymnasium

Gymnasium

www.neues-gymnasium-falkensee.de

Neues Gymnasium Falkensee

Neues Gymnasium Falkensee

Über uns

Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne - Schulneugründungen sind nichts Alltägliches, sie sind etwas ganz Besonderes. Obwohl unsere ersten Schülerinnen und Schüler bereits 2009 bei uns eingeschult wurden und nun schon in der 10. Klasse sind, haben wir bis heute viel von diesem „Zauber des Anfangs" bewahrt. Eine Atmosphäre der Geborgenheit und soziales Lernen sind uns sehr wichtig. Mit einem kleinen, aber hoch motivierten Team aus momentan 25 Lehrerinnen und Lehrern versuchen wir, Bewährtes zu etablieren und Neues auszuprobieren. Verkrustete Strukturen sind bei uns nicht zu finden, dafür gibt es viele Gestaltungsmöglichkeiten für Schüler, Eltern und Lehrer.
Wir sind eine Schule mit musisch-künstlerischem Profil. Musik, Kunst und Theater stehen im Bereich der Freizeitgestaltung im Mittelpunkt. Außerdem gibt es verstärkten Unterricht in Musik und Kunst sowie Schwerpunktunterricht Darstellen und Gestalten ab Klasse 9.

Unser TAtSch-Projekt

21 Mädchen
Der eigene Blick

Die 21 Mädchen, die an diesem TAtSch-Projekt teilnehmen, werden sich, ihren Alltag und ihre Lebensgefühle in den Mittelpunkt ihres Schreibens stellen.

Projektleitung

Tanja Böckmann

Projektklasse

Kurs Darstellen & Gestalten, Klasse 9

21 Mädchen und kein Junge - die Projektgruppe

21 Mädchen und kein Junge - die Projektgruppe

Ankündigungen

1. Arbeitstreffen am Montag 27. August 2012

Erfahrungsberichte

Gedankenschnipsel von Jörg Menke-Peitzmeyer, TAtSch-Pate an dem Neuen Gymnasium Falkensee

20. August 2012
Hitzefrei oder Verkehrte Welt
Es ist 8:15, ich habe den Rucksack gepackt, will grad zur Tür raus, um den Zug nach Falkensee zu nehmen, da klingelt mein Handy. Tanja Böckmann ist dran, Deutsch- und Biologielehrerin am Neuen Gymnasium und meine TAtSch-Partnerin in diesem Schuljahr. Sie verkündet mir, dass ich heute zu Hause bleiben könne, weil sich die Direktorin entschlossen habe, hitzefrei zu geben. Was hätte ich vor dreißig Jahren für eine solche Nachricht gegeben! Schulsachen raus, Badesachen rein - und ab ins Freibad! Jetzt fühle ich mich so, als müsste ich erst recht in die Schule: nämlich zurück an meinen Schreibtisch. Anstatt einen Tag Ferien vom Schreiben zu machen: im Neuen Gymnasium Falkensee!

27. August 2012
Haben Sie Haustiere und 21 Mädels
Der Stundenplan für heute ist stramm:
10:45- 11:30 (4. Stunde) Deutsch-Klasse 7c (Fragen an den Autor)
11:30 - 12:00 Treffen mit der Schulleiterin
12:10 - 13:40 (5./6. Stunde) DG-Kurs 9
13:50 - 14:35 (7. Stunde) Deutsch-Klasse 7d (Fragen an den Autor)
Ich komme früh genug an, so dass mir Tanja die Schule zeigen kann. Dann geht es in die 7 c. Fröhliche, lebendige und wissbegierige Schüler: wie sind Sie zum Schreiben gekommen, was ist Ihr Lieblingsstück, was verdient man so als Autor? Und: haben Sie Haustiere? Ich kann nicht erkennen, was meine abschlägige Antwort bei den Schülerinnen und Schülern auslöst. Auf alle Fälle hat's Spaß gemacht.
Da sind die 21 Mädchen im DG-Kurs 9 schon ein andres Kaliber. Ja, richtig gelesen: 21 Mädchen und kein einziger Junge. Ich frage sie, wo die Jungs geblieben sind. Sie stecken in irgendwelchen naturwissenschaftlichen Kursen, Informatik und dergleichen. Wenn sie schon nicht da sind, dann kann man ja gleich mal über sie reden, vielleicht auch ein Stück über sie entwickeln, ihre Abwesenheit schreit geradezu danach, sich mit ihnen zu befassen. Oder man geht radikal in die andere Richtung und macht das Mädchensein zum Thema. Soweit meine Idee. Aber erst mal will ich wissen, was die Mädchen sich so vorstellen. Das erste Thema überrascht mich dann doch: Lesbischsein. Zumindest bringen das drei, vier Mädchen aufs Tableau, die andern schweigen. Die andern schweigen überhaupt, auch als ich sie mit einigen Zahlen konfrontiere, die ich mir am Vorabend noch schön zurechtgelegt habe: dass nur noch 43 Prozent der Abiturienten männlich sind, bei den Hauptschulabgängern aber 62 Prozent, dass zwei von drei Sitzenbleibern Jungs sind und manche Soziologen deswegen schon vom neuen schwachen Geschlecht sprechen. Bewegung kommt erst rein, als ich sie nach ihren konkreten Erfahrungen frage: ob ihnen schon mal jemand gesagt habe, sie sollten sich nicht wie ein Junge benehmen. Die Antworten zielen direkt auf den Körper: 'Beweg dich nicht wie ein Junge' oder 'Du läufst ja rum wie ein Junge', so dass Tanja im Anschluss gleich ein paar Körperübungen mit den Mädchen macht. Ich schnaufe erst mal durch. Während ich die Mädchen so beobachte, wird mir klar: DG-Kurs hat nicht unbedingt etwas mit hundertprozentiger Freiwilligkeit zu tun. DG-Kurs ist nicht gleich Jugendclub am Theater.

Da wirkt die zweite 7. Klasse an diesem Tag wie die reinste Frischzellenkur, auch wenn's nahezu die gleichen Fragen sind wie am Vormittag. Dafür ist aber auch die Energie die gleiche: frisch, jung und fröhlich. Und auch die Frage nach den Haustieren kommt wieder, aber ich muss die Schüler abermals enttäuschen: wo hätte ich auch in der Zwischenzeit einen Hund oder eine Katze herkriegen sollen?

Presse

Einen ersten kurzen Pressebericht finden Sie hier.

Unser Pate

Jörg Menke-Peitzmeyer

Jörg Menke-Peitzmeyer

Jörg Menke-Peitzmeyer

Kurzbiografie

Ich bin 1966 in Anröchte in Westfalen geboren. Nach dem Abitur habe ich zunächst eine Schauspielschule besucht und einige Jahre als Schauspieler gearbeitet. Später habe ich am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig studiert, u.a. Dramatisches Schreiben. Ich lebe jetzt als freier Autor und Schauspieler in Berlin.

Praxis

Engagements als Schauspieler in Mainz, Gießen, Berlin, Stendal und Coburg. Stückaufträge als Autor u.a. für das Grips-Theater Berlin, das Junge Ensemble Stuttgart, das Theater Koblenz und die Oper Dortmund. Ich arbeite auch als Theaterregisseur.

Werke

Klassenzimmerstücke wie ‚Steht auf, wenn ihr Schalker seid‘, ‚Erste Stunde‘, ‚Der Essotiger‘, ‚Arm aber sexy‘ und ‚Ich bin ein guter Vater‘, Fußballstücke wie ‚B-Jugend‘, ‚Abstiegskampf‘ und ‚Wechselfieber‘, ein Stück über deutsch-deutsche Geschichte ‚Mandy-Im Tal der Ahnungslosen‘ sowie ‚Du siehst Gespenster‘, ein Stück über ein krebskrankes Mädchen. Und eine Fußball-Oper 'Fangesänge'.

Auszeichnungen

Nominierung für den Deutschen Jugendtheaterpreis 2006 für ‚Steht auf, wenn ihr Schalker seid‘, Autorenförderpreis der Landesbühnen 2006 für ‚Erste Stunde‘, Bayerischer Jugendtheaterpreis 2007 für ‚Der Essotiger‘, Stipendium zum Deutschen Kinder-und Jugendtheaterpreis 2008 für ‚Ich bin ein guter Vater‘, Stipendium zum Baden-Württembergischen Jugendtheaterpreis 2010 für ‚Türkiye'ye hos geldiniz‘.

Mein Interesse an TAtSch

Zwei- bis dreimal in der Woche komme ich beim Joggen an einer sogenannten 'verbundenen' Haupt-und Realschule vorbei. Ich sehe die Schüler vor dem Portal stehen, ich schlängle mich an ihnen vorbei, wenn sie auf dem Nachhauseweg sind. Und jedesmal denke ich, es wäre interessant zu erfahren, was dort vor sich geht, wie die Schüler so ticken, was sie mit ihrem Leben vor haben, wovon sie träumen. TAtSch stelle ich mir als eine tolle Möglichkeit vor, etwas davon in Erfahrung zu bringen. Und ich würde den Schülern gerne helfen, zumindest schreibend etwas von ihren Träumen und Gefühlen, ihrer Welt im Kopf auszudrücken.

Homepage des Verlags

www.theaterverlaghofmann-paul.de